Wotrubakirche
Die offiziell "Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit" genannte Wotrubakirche wurde 1974 bis 1976 nach Entwürfen des Bildhauers Fritz Wotruba aus 152 unverkleideten Betonblöcken errichtet, ein brutalistisches Bauwerk am Georgenberg.
Bezirk XXIII
Zwischen Wienerwald und Wiener Becken vereint Liesing acht ehemals eigenständige Ortskerne, weitläufige Industriegebiete und den weithin sichtbaren Wohnpark Alt-Erlaa zu Wiens südlichstem Bezirk.
Fotos folgenCharakter des Bezirks
Liesing ist mit rund 32,29 Quadratkilometern der fünftgrößte und zugleich südlichste Gemeindebezirk Wiens. Er erstreckt sich vom Wienerwald im Westen bis ins Wiener Becken im Osten und grenzt im Süden direkt an niederösterreichische Gemeinden wie Perchtoldsdorf, Kaltenleutgeben und Breitenfurt bei Wien. Prägendes Gewässer ist der Liesingbach, der die Ortsteile von Kalksburg über Rodaun bis ins Wiener Becken durchzieht. Im Westen reichen die bewaldeten Hänge des Wienerwalds mit dem Maurer Wald bis an die Wohngebiete heran, wodurch Liesing trotz seiner Industrieflächen zu den grünsten Bezirken Wiens zählt.
Liesing entstand aus acht ehemals selbstständigen Gemeinden, Atzgersdorf, Erlaa, Inzersdorf, Kalksburg, Liesing, Mauer, Rodaun und Siebenhirten, die bis heute als eigene Katastralgemeinden mit historischen Ortskernen erkennbar sind. Kein anderer Wiener Bezirk verfügt über einen derart hohen Anteil an Betriebsbaugebieten: Vor allem in Inzersdorf und entlang der Süd Autobahn haben sich zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe angesiedelt, während Mauer, Kalksburg und Rodaun im Westen weitgehend von Wohnbebauung und Grünflächen geprägt sind. Zwischen den alten Ortskernen entstanden ab den 1960er-Jahren große Wohnanlagen, allen voran der Wohnpark Alt-Erlaa des Architekten Harry Glück, der bis heute das Bezirksbild prägt.
Liesing zählt aktuell rund 117.800 Einwohner:innen bei einem Durchschnittsalter von 42 Jahren. Mit rund 7.000 Betrieben und etwa 60.000 Arbeitsplätzen ist der Bezirk zugleich ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Trotz stetigen Bevölkerungswachstums zählt Liesing wegen seiner großzügigen Grün- und Betriebsflächen weiterhin zu den am dünnsten besiedelten Bezirken Wiens.
Für Bewohner:innen
Alle wichtigen Anlaufstellen im Bezirk auf einen Blick, von der Bezirksvorstehung bis zur Kurzparkzone.
1230 Wien, Perchtoldsdorfer Straße 2, 2. Stock
Termine nur nach telefonischer Vereinbarung oder per E-Mail
1230 Wien, Perchtoldsdorfer Straße 2
1230 Wien, Lehmanngasse 3a
Montag bis Freitag, 9 bis 22 Uhr
Maximale Parkdauer ohne Parkpickerl: 2 Stunden. In Randgebieten können abweichende Regelungen gelten.
Für Bewohner:innen
Amtswege, die immer wieder anfallen, gebündelt an einem Ort. Links auf Wien-weite Services und auf Anlaufstellen speziell im 23. Bezirk.
Kuratiert
Eine kleine, bewusst kurz gehaltene Auswahl an Sehenswürdigkeiten. Konkrete Lokal- und Geschäftsempfehlungen folgen, sobald wir sie mit eigenem Bildmaterial zeigen können.
Die offiziell "Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit" genannte Wotrubakirche wurde 1974 bis 1976 nach Entwürfen des Bildhauers Fritz Wotruba aus 152 unverkleideten Betonblöcken errichtet, ein brutalistisches Bauwerk am Georgenberg.
Der Maurer Wald bildet mit Wiesenflächen wie der Eichwiese und der Himmelswiese das wichtigste Naherholungsgebiet im Westen des Bezirks. Über das Gütenbachtor führt ein Weg direkt in den benachbarten Lainzer Tiergarten.
Der zwischen 1973 und 1985 nach Plänen von Harry Glück errichtete Wohnpark gilt als das Wahrzeichen von Liesing. Die weithin sichtbaren Terrassenhäuser mit Dachschwimmbädern gelten international als Vorzeigebeispiel für sozialen Wohnbau.
Für Bewohner:innen
Ein paar konkrete Hinweise abseits der offensichtlichen Wege, gesammelt für alle, die im Bezirk wohnen.
Der Stadtwanderweg 6 führt durch den bewaldeten Westen Liesings und verbindet die alten Ortskerne Mauer, Kalksburg und Rodaun mit dem Wienerwald.
Der idyllisch gelegene Pappelteich mitten im Maurer Wald ist ein beliebtes Ziel für einen kurzen Spaziergang abseits der Hauptwege.
Direkt neben der Wotrubakirche liegt der Sterngarten, ein Freiluftplanetarium, das bei Führungen den Lauf von Sonne und Planeten sichtbar macht.
Entlang des renaturierten Liesingbachs verläuft ein durchgehender Rad- und Spazierweg durch den gesamten Bezirk.
Das 654 Hektar große Landschaftsschutzgebiet umfasst Wienerwaldflächen beiderseits des Liesingbachs sowie das Weinbaugebiet Mauer und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein.
Auf dem Gelände eines ehemaligen Campingplatzes wurde 2023 der Stadtpark Atzgersdorf eröffnet, eine der jüngsten Grünanlagen des Bezirks.
Geschichte
Die acht heutigen Bezirksteile Liesings gehörten bis 1938 als eigenständige niederösterreichische Gemeinden zum Politischen Bezirk Hietzing-Umgebung. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde 1938 der neue 25. Wiener Gemeindebezirk Liesing geschaffen, der damals auch die heute niederösterreichischen Gemeinden Perchtoldsdorf, Vösendorf, Kaltenleutgeben, Breitenfurt bei Wien und Laab im Walde umfasste. Nach 1945 stand das Gebiet unter sowjetischer Besatzung und hatte bis 1954 eine verwaltungsrechtliche Zwitterstellung zwischen Wien und Niederösterreich. Erst am 1. September 1954 trat das Gebietsänderungsgesetz endgültig in Kraft: Der 23. Wiener Gemeindebezirk Liesing wurde in seiner heutigen, kleineren Form gegründet, während die genannten Gemeinden wieder selbstständig zu Niederösterreich zurückkehrten. 1956 wurde der nördlich gelegene Lainzer Tiergarten dem 13. Bezirk Hietzing zugeschlagen. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Bevölkerung durch große Wohnbauprojekte wie den Wohnpark Alt-Erlaa kontinuierlich, seit 1995 ist der Bezirk mit der U-Bahn-Linie U6 angebunden.
Fotos zu diesem Bezirk folgen, sobald sie recherchiert und fotografiert sind.