Millennium Tower
Der 1999 fertiggestellte, 202 Meter hohe Büroturm am Donauufer war bis zur Errichtung des DC Tower das höchste Gebäude Österreichs und ist bis heute weithin sichtbares Wahrzeichen der Brigittenau.
Bezirk XX
Zwischen Donau und Donaukanal gelegen, ist die Brigittenau ein dicht besiedelter, traditionsreicher Arbeiterbezirk im Wandel, der rund um den früheren Nordwestbahnhof zum jüngsten Stadtentwicklungsgebiet Wiens wird.
Fotos folgenCharakter des Bezirks
Die Brigittenau liegt nördlich der Leopoldstadt auf der von Donau und Donaukanal gebildeten Insel im nordöstlichen Zentrum Wiens. Mit rund 21 Prozent Wasserflächenanteil, dem zweithöchsten Wert aller Wiener Bezirke, ist die Lage am Wasser prägend für den Charakter des 20. Bezirks. Ein markantes historisches Zentrum fehlt, da der Großteil des Bezirksgebiets erst durch die Wiener Donauregulierung von 1868 bis 1875 als Neuland gewonnen wurde. Wahrzeichen wie der 202 Meter hohe Millennium Tower am Handelskai setzen dennoch unverwechselbare städtebauliche Akzente.
Bis 1900 gehörte die Brigittenau zur Leopoldstadt, ehe sie als eigenständiger 20. Bezirk abgetrennt wurde; das Amtshaus am Brigittaplatz ist seit 2021 zugleich Bezirksamt für den 2. Bezirk. Historisch ein dicht bebauter Arbeiter- und Industriebezirk, erlebt die Brigittenau seit den 2000er-Jahren spürbaren Wandel: Rund um Wallensteinplatz, Hannovermarkt und Universumstraße ist eine Aufwertung der Grätzl zu beobachten. Das größte Zukunftsprojekt ist die Umwandlung des ehemaligen Nordwestbahnhofsgeländes in einen neuen, klimafreundlichen Stadtteil mit einer rund 10 Hektar großen "Grünen Mitte".
Am 1. Jänner 2024 zählte die Brigittenau 86.930 Einwohner:innen und ist damit einer der am dichtesten besiedelten Bezirke Wiens. Seit 2014 ist die Bevölkerung um 3,1 Prozent gewachsen. Der Bezirk gilt neben Rudolfsheim-Fünfhaus als einer der ethnisch diversesten Wiens: Zu den größten ausländischen Gruppen zählen Staatsangehörige aus Serbien, der Türkei und Syrien. Das Durchschnittsalter liegt bei 40 Jahren, die Geschlechterverteilung ist nahezu ausgeglichen.
Für Bewohner:innen
Alle wichtigen Anlaufstellen im Bezirk auf einen Blick, von der Bezirksvorstehung bis zur Kurzparkzone.
1200 Wien, Brigittaplatz 10, 2. Stock
christine.dubravac-widholm@wien.gv.at
Termine nur nach telefonischer Vereinbarung oder per E-Mail
1200 Wien, Brigittaplatz 10
Zusätzliche Servicestelle: 1020 Wien, Karmelitergasse 9
Sozialzentrum Walcherstraße, 1020 Wien, Walcherstraße 11
Zuständig für 1. bis 9. und 20. Bezirk
1200 Wien, Pappenheimgasse 33
SPK-W-20-Kommando@polizei.gv.at
Zuständig für 2. und 20. Bezirk
Montag bis Freitag, 9 bis 22 Uhr
Maximale Parkdauer ohne Parkpickerl: 2 Stunden
Für Bewohner:innen
Amtswege, die immer wieder anfallen, gebündelt an einem Ort. Links auf Wien-weite Services und auf Anlaufstellen speziell im 20. Bezirk.
Kuratiert
Eine kleine, bewusst kurz gehaltene Auswahl an Sehenswürdigkeiten. Konkrete Lokal- und Geschäftsempfehlungen folgen, sobald wir sie mit eigenem Bildmaterial zeigen können.
Der 1999 fertiggestellte, 202 Meter hohe Büroturm am Donauufer war bis zur Errichtung des DC Tower das höchste Gebäude Österreichs und ist bis heute weithin sichtbares Wahrzeichen der Brigittenau.
Die 1924/25 errichtete städtische Wohnhausanlage mit rund 570 Wohnungen wurde von renommierten Architekten wie Josef Frank, Josef Hoffmann und Peter Behrens geplant und zählt zu den bedeutenden Bauten des Roten Wien.
Im Keller des heutigen Brigittenauer Gymnasiums befand sich 1938 ein Gestapo-Anhaltelager, in dem unter anderem Bruno Kreisky kurzzeitig inhaftiert war. Zwei Dauerausstellungen dokumentieren die NS-Geschichte des Ortes.
Für Bewohner:innen
Ein paar konkrete Hinweise abseits der offensichtlichen Wege, gesammelt für alle, die im Bezirk wohnen.
Der Donaukanal bildet die gesamte Westgrenze des Bezirks, die Uferpromenade lädt zu Spaziergängen und Radtouren Richtung Donauinsel oder Innenstadt ein.
Der barocke Augarten grenzt entlang der Wasnergasse unmittelbar an die Brigittenau und ist von hier aus zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar, ideal für einen ausgedehnten Grünraum-Spaziergang.
Die Dauerausstellung zeigt Industrie-, Verkehrs- und Alltagsgeschichte des Bezirks, im begrünten Innenhof finden regelmäßig Konzerte statt.
Der zentrale Platz mit neu gestalteter Freifläche ist Treffpunkt des Grätzls und Schauplatz regelmäßiger, geförderter Bezirkskultur wie Konzerte und Lesungen.
Von Juni bis September finden im Forsthauspark kostenlose Fitness-, Pilates- und Gymnastikkurse im Freien statt, ein beliebter Treffpunkt für aktive Erholung.
Auf dem 44 Hektar großen ehemaligen Bahnhofsgelände entsteht bis in die 2030er-Jahre ein neuer, grüner Stadtteil mit rund 10 Hektar "Grüner Mitte", schon jetzt lohnt ein Blick auf die im Wandel befindliche Fläche.
Geschichte
Das Gebiet der heutigen Brigittenau hieß ursprünglich Wolfsau beziehungsweise Schottenau und wurde nach der 1645 errichteten Brigittakapelle benannt. 1850 wurde es gemeinsam mit der Leopoldstadt nach Wien eingemeindet und blieb bis 1900 Teil des 2. Bezirks. Am 24. März 1900 erfolgte die Abtrennung als eigenständiger 20. Gemeindebezirk; 1904/1905 wurde das Amtshaus am Brigittaplatz errichtet. Um 1900 wuchs die Bevölkerung rasant, und die Brigittenau wurde zum dicht besiedelten Arbeiterbezirk, 1910 lebten hier mit rund 101.000 Menschen so viele wie nie zuvor oder danach. Im NS-Regime war die Schule Karajangasse Sammellager für verfolgte Jüdinnen und Juden sowie politische Gegner:innen, woran heute eine Gedenkstätte erinnert. Nach Bevölkerungsrückgängen bis in die 1990er-Jahre wuchs der Bezirk früher als die meisten anderen Wiener Bezirke wieder kontinuierlich. Seit 2021 teilt sich die Brigittenau ihr Magistratisches Bezirksamt mit der Leopoldstadt, und aktuell prägt die Umwandlung des stillgelegten Nordwestbahnhofsareals in ein neues, gemischtes Wohn- und Arbeitsviertel die Bezirksentwicklung.
Fotos zu diesem Bezirk folgen, sobald sie recherchiert und fotografiert sind.