Kahlenberg
Mit 484 Metern das bekannteste Wahrzeichen Döblings am Rand des Wienerwaldes, mit weitem Blick über Wien und die Donau. Von hier zog 1683 das Entsatzheer unter Jan Sobieski in die Schlacht am Kahlenberg.
Bezirk XIX
Zwischen Weinbergen, Wienerwald und Donau vereint Döbling Villenviertel, Weinorte wie Grinzing und Nussdorf sowie bedeutende Gemeindebauten wie den Karl-Marx-Hof.
Fotos folgenCharakter des Bezirks
Döbling liegt im Nordwesten Wiens und erstreckt sich vom Donaukanal und der Donau im Osten bis zu den bewaldeten Hängen des Wienerwaldes im Nordwesten. Mit dem Kahlenberg, dem Leopoldsberg und dem höchsten Wiener Hausberg, dem Hermannskogel, zählt Döbling zu den landschaftlich markantesten Bezirken der Stadt. Rund 51,8 Prozent der Bezirksfläche sind Grünraum, womit Döbling zu den fünf grünsten Bezirken Wiens gehört.
Entstanden ist der Bezirk 1892 durch die Zusammenlegung der ehemaligen Vororte Ober- und Unterdöbling, Grinzing, Heiligenstadt, Nussdorf, Sievering, Josefsdorf und Kahlenbergerdorf. Während die alten Ortskerne rund um Grinzing, Nussdorf, Sievering und das Kahlenbergerdorf bis heute ihren dörflichen Charakter bewahrt haben, prägen im Südosten großstädtische Wohn- und Betriebsgebiete das Bild. Döbling gilt traditionell als Villenbezirk, doch durch zahlreiche Gemeindebauten, allen voran den weltbekannten Karl-Marx-Hof, ist die Bevölkerungsstruktur deutlich durchmischter, als das Klischee suggeriert.
Döblings Bevölkerung ist im Wien-Vergleich überdurchschnittlich alt: Der Anteil der über 60-Jährigen liegt deutlich über dem Wiener Durchschnitt, unter anderem wegen der hohen Zahl an Pensionistenwohnhäusern im Bezirk. Auch der Frauenanteil liegt mit über 55 Prozent klar über dem städtischen Mittel. Der Bezirk zählt rund 72.000 Einwohner:innen und ist im gesamtstädtischen Trend über die vergangenen Jahrzehnte leicht gewachsen.
Für Bewohner:innen
Alle wichtigen Anlaufstellen im Bezirk auf einen Blick, von der Bezirksvorstehung bis zur Kurzparkzone.
1190 Wien, Grinzinger Allee 6
Termine nur nach telefonischer Vereinbarung oder per E-Mail
Telefonische Servicestelle der MA 40
Erstauskunft und Vermittlung an das zuständige Sozialzentrum, Mo-Fr 8-18 Uhr
1190 Wien, Hohe Warte 32
Zuständig für 18. und 19. Bezirk
Keine flächendeckende Kurzparkzone wie in den Innenbezirken
Einzelne Straßenzüge, etwa rund um Amtsgebäude und Spitäler, sind bewirtschaftet. Genaue Zonen: interaktive Karte auf wien.gv.at/verkehr/parken.
Für Bewohner:innen
Amtswege, die immer wieder anfallen, gebündelt an einem Ort. Links auf Wien-weite Services und auf Anlaufstellen speziell im 19. Bezirk.
Kuratiert
Eine kleine, bewusst kurz gehaltene Auswahl an Sehenswürdigkeiten. Konkrete Lokal- und Geschäftsempfehlungen folgen, sobald wir sie mit eigenem Bildmaterial zeigen können.
Mit 484 Metern das bekannteste Wahrzeichen Döblings am Rand des Wienerwaldes, mit weitem Blick über Wien und die Donau. Von hier zog 1683 das Entsatzheer unter Jan Sobieski in die Schlacht am Kahlenberg.
Mit rund 1,1 Kilometern Länge größter und bekanntester Gemeindebau des "Roten Wien" (1927-1930), Schauplatz der Februarkämpfe 1934. Die Dauerausstellung "Das Rote Wien im Waschsalon" zeigt die Bezirksgeschichte dieser Zeit.
Zeigt Objekte zur Geschichte der ehemaligen Döblinger Dörfer und der lokalen Industrie sowie ein eigenes Weinbaumuseum im historischen Klosterkeller, dazu der original erhaltene Salon der Villa mit Fresken von Moritz von Schwind.
Für Bewohner:innen
Ein paar konkrete Hinweise abseits der offensichtlichen Wege, gesammelt für alle, die im Bezirk wohnen.
Weinwanderweg durch die Rieden oberhalb von Nussdorf und Grinzing mit Blick auf die Donau, ideal, um Döblings Weinbautradition abseits der Heurigenlokale zu erleben.
Die bekannteste Straße des Bezirks verbindet Kahlenberg und Leopoldsberg und bietet mehrere Aussichtspunkte über Wien, auch als Wander- und Radstrecke beliebt.
Rund 6 Hektar große Parkanlage im Tal des einst offenen Krottenbachs, direkt neben dem Bezirksmuseum Döbling gelegen, ruhiger Grünraum mit altem Baumbestand.
Aussichtswarte auf dem mit rund 542 Metern höchsten Wiener Hausberg, umgeben von Laubwald, lohnendes Ziel für eine längere Wanderung im Wienerwald.
Historisch gewachsene Weinorte mit gut erhaltener dörflicher Bausubstanz, ein Spaziergang durch die engen Gassen zeigt Döblings ländliche Wurzeln abseits der Großstadt.
Freibad mitten im Wienerwald mit einzigartigem Panoramablick über Wien vom Sportbecken aus, ein beliebtes Naherholungsziel im Grünen.
Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde "Teopilic", die Vorform von Döbling, im Jahr 1114; der Name geht vermutlich auf ein slawisches Wort für "sumpfige Stelle" zurück. Seit dem Mittelalter prägte der Weinbau rund um Grinzing und Nussdorf das wirtschaftliche Leben der Region, ergänzt durch Landwirtschaft und, ab dem 19. Jahrhundert, aufkommenden Ausflugstourismus. Mit dem Gesetz vom 19. Dezember 1890 wurden die bis dahin selbstständigen Vororte Ober- und Unterdöbling, Grinzing, Heiligenstadt, Nussdorf, Sievering, Josefsdorf und das Kahlenbergerdorf zum 1. Jänner 1892 als 19. Bezirk eingemeindet; 1938 kamen Neustift am Walde und Salmannsdorf hinzu. In der Zwischenkriegszeit entstand mit dem Karl-Marx-Hof einer der bekanntesten Gemeindebauten des "Roten Wien", der während der Februarkämpfe 1934 heftig umkämpft war. Im Nationalsozialismus wurde die jüdische Bevölkerung Döblings verfolgt und großteils deportiert, die Döblinger Synagoge in der Dollinergasse zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägten kommunaler Wohnbau, der Ausbau der Wiener Höhenstraße sowie ab den 1970er-Jahren der U-Bahn-Anschluss über die Station Heiligenstadt die weitere Entwicklung; die Weinbautradition in Grinzing, Nussdorf, Sievering und Neustift am Walde ist bis heute lebendig.
Fotos zu diesem Bezirk folgen, sobald sie recherchiert und fotografiert sind.