Charakter des Bezirks
Ottakring: Vom Arbeiterbezirk zum vielfältigen Grätzl am Wienerwaldrand
Ottakring liegt im Nordwesten Wiens und wird im Osten durch den Gürtel begrenzt, während die westliche Bezirksgrenze ins hügelige Waldgebiet des Wienerwaldes ausläuft. Der Bezirk ist durch deutliche Gegensätze geprägt: Im Osten dominieren dicht besiedelte Gründerzeitviertel, im Westen am Fuß des Wilhelminenbergs eher bürgerliche, locker verbaute Wohngegenden mit Villen. Der Brunnenmarkt im Yppenviertel gilt als längster durchgehender Straßenmarkt Wiens und markiert bis heute das lebendige Zentrum des Bezirks.
Der Bezirk entstand 1890/1892 im Zuge der Wiener Stadterweiterung aus den bis dahin selbstständigen Vorortgemeinden Ottakring und Neulerchenfeld. Die Industrialisierung machte das Gebiet im 19. Jahrhundert zu einem dichten Arbeiterwohnviertel, was Ottakring zu einem Zentrum der frühen Arbeiterbewegung werden ließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das alte Ortszentrum saniert und durch ein modernes Bezirkszentrum überformt, seit den 2000er-Jahren erlebt der Bezirk, etwa mit der Neugestaltung von Yppenplatz und Yppenmarkt, einen sichtbaren Wandel und zunehmende Durchmischung.
Mit Stand 1. Jänner 2024 zählte Ottakring 102.770 Einwohner:innen und damit 5,1 Prozent der Wiener Gesamtbevölkerung; seit 2014 ist die Bevölkerung um 3,7 Prozent gewachsen. Das Durchschnittsalter liegt bei 41 Jahren, was dem Wiener Durchschnitt entspricht, bei einer im Bezirksvergleich hohen Bevölkerungsdichte. Rund 59 Prozent der Bevölkerung besitzen die österreichische, 16 Prozent eine EU- und 24 Prozent eine sonstige Staatsangehörigkeit. Ottakring ist zudem Hochschulstandort für rund 6.275 Studierende.