Charakter des Bezirks
Simmering – vom Industrie- und Arbeiterbezirk zum Wachstumsgebiet Wiens
Simmering liegt am Südostrand Wiens und wurde 1890/92 im Zuge der zweiten Stadterweiterung aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Simmering und Kaiserebersdorf sowie Teilen von Albern, Schwechat und Kledering gebildet. Prägend ist bis heute der Charakter als ehemaliger Arbeiterbezirk mit starker Industriegeschichte. Mehr als zehn Prozent der Bezirksfläche werden von Friedhöfen eingenommen, allen voran dem Wiener Zentralfriedhof, Europas zweitgrößter Ruhestätte. Gemeinsam mit Floridsdorf weist der 11. Bezirk den höchsten Anteil an öffentlichem Wohnbau aller Wiener Gemeindebezirke auf.
Wirtschaftlich war Simmering lange von Schwerindustrie geprägt, etwa durch das städtische Gaswerk, die Waggonfabrik Simmering-Graz-Pauker oder die Saurer-Werke. Mit der Deindustrialisierung ab den 1960er-Jahren verloren viele Betriebe an Bedeutung, markante Bauten wie die vier Gasometer wurden jedoch revitalisiert und beherbergen heute Wohnungen, Büros, ein Einkaufszentrum und das Wiener Stadt- und Landesarchiv. Auch aktuell verändert sich der Bezirk spürbar: Enkplatz und Simmeringer Hauptstraße wurden klimafit umgestaltet, neue Grün- und Erholungsflächen wie der Natur- und Erlebnispark Sonnenland sind entstanden.
Simmering zählt aktuell rund 110.000 Einwohner:innen auf 23,27 Quadratkilometern und gehört laut Stadt Wien zu den Bezirken mit dem stärksten relativen Bevölkerungswachstum der kommenden Jahrzehnte. Der Bezirk hat ein vergleichsweise niedriges, aber steigendes Durchschnittsalter und einen im Wiener Vergleich niedrigen Akademiker:innen-Anteil, während die Arbeitslosigkeit im Bezirksvergleich überdurchschnittlich hoch ist.