Wiener Stadthalle
Die von Roland Rainer 1953-1958 errichtete Wiener Stadthalle fasst rund 16.000 Besucher:innen und zählt zu den fünf größten Veranstaltungsstätten Europas. 2015 war sie Schauplatz des Eurovision Song Contest.
Bezirk XV
Der dichtestbesiedelte Bezirk außerhalb des Gürtels vereint Gründerzeitviertel, die größte Veranstaltungshalle Österreichs und einen der höchsten Anteile an Menschen mit internationalen Wurzeln in ganz Wien.
Fotos folgenCharakter des Bezirks
Rudolfsheim-Fünfhaus liegt unmittelbar westlich des Gürtels und erstreckt sich vom Wienfluss im Süden bis zur Schmelz im Norden. Die Äußere Mariahilfer Straße und der Westbahnhof mit dem Europaplatz bilden das pulsierende Zentrum des Bezirks und verbinden ihn als wichtigen Verkehrsknotenpunkt mit ganz Wien. Mit nur 3,92 Quadratkilometern ist der 15. Bezirk der kleinste und zugleich am dichtesten besiedelte Wiener Gemeindebezirk außerhalb des Gürtels.
Bis ins 20. Jahrhundert war der Bezirk ein bedeutender Industrie- und Gewerbestandort mit zahlreichen Fabriken und dichten "Zinskasernen". Mit der Deindustrialisierung ab den 1960er-Jahren verlor der Bezirk seine Fabriken, heute prägen Einzelhandel, Büros und Dienstleistungsbetriebe die Wirtschaft. Wahrzeichen wie die Wiener Stadthalle, mit rund 16.000 Plätzen eine der fünf größten Veranstaltungsstätten Europas, oder das aus einem historischen Wasserbehälter der Schmelz umgebaute Bezirkszentrum Meiselmarkt zeugen von diesem Strukturwandel.
Rudolfsheim-Fünfhaus zählte zuletzt rund 76.400 Einwohner:innen und ist seit 2014 kontinuierlich gewachsen. Der Bezirk weist mit über 40 Prozent den höchsten Anteil an Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft aller Wiener Bezirke auf, die größten Gruppen stammen aus Serbien, Syrien, Deutschland, Polen und Rumänien. Mit rund 19.500 Einwohner:innen pro Quadratkilometer liegt die Bevölkerungsdichte mehr als viermal so hoch wie im Wiener Durchschnitt.
Für Bewohner:innen
Alle wichtigen Anlaufstellen im Bezirk auf einen Blick, von der Bezirksvorstehung bis zur Kurzparkzone.
1150 Wien, Gasgasse 8-10, Stiege 1, 2. Stock
Termine nur nach telefonischer Vereinbarung oder per E-Mail
1150 Wien, Gasgasse 8-10
Melde-, Pass- und Fundservice sowie Parkpickerl: Friedrichsplatz 1, 1150 Wien
Telefonische Servicestelle der MA 40
Erstauskunft und Vermittlung an das zuständige Sozialzentrum, Mo-Fr 8-18 Uhr
1150 Wien, Tannengasse 8-10
Zuständig für 14. und 15. Bezirk
Montag bis Freitag, 9 bis 22 Uhr
Maximale Parkdauer ohne Parkpickerl: 2 Stunden. In Geschäftsstraßen auch mit Parkpickerl max. 1,5 Stunden.
Für Bewohner:innen
Amtswege, die immer wieder anfallen, gebündelt an einem Ort. Links auf Wien-weite Services und auf Anlaufstellen speziell im 15. Bezirk.
Kuratiert
Eine kleine, bewusst kurz gehaltene Auswahl an Sehenswürdigkeiten. Konkrete Lokal- und Geschäftsempfehlungen folgen, sobald wir sie mit eigenem Bildmaterial zeigen können.
Die von Roland Rainer 1953-1958 errichtete Wiener Stadthalle fasst rund 16.000 Besucher:innen und zählt zu den fünf größten Veranstaltungsstätten Europas. 2015 war sie Schauplatz des Eurovision Song Contest.
Die 1786-1789 erbaute Pfarrkirche "Allerheiligste Dreifaltigkeit" ist ein typisches Beispiel josephinischer Kirchenbaukunst und war die Taufkirche des späteren Bundeskanzlers Ignaz Seipel.
Der 1890 als Schönbrunner Vorpark angelegte Park wurde 1932 nach dem Chemiker Carl Auer von Welsbach benannt. Mit seiner englischen Gartengestaltung bildet er einen Kontrast zum benachbarten Schlosspark Schönbrunn.
Für Bewohner:innen
Ein paar konkrete Hinweise abseits der offensichtlichen Wege, gesammelt für alle, die im Bezirk wohnen.
Das 1972 eröffnete Museum zeigt rund tausend Exponate zu Schmelz, Zuwanderung und Alltagsleben des Bezirks bei freiem Eintritt.
Im ehemaligen Wasserbehälter Schmelz von 1873 befindet sich heute das Bezirkszentrum Meiselmarkt. Am Kardinal-Rauscher-Platz erinnern noch drei Brunnen an die einstige "Wiener Wasserwelt".
Seit 1858 Tor zum Westen Österreichs, erinnert eine Gedenktafel am Bahnhof an die erste NS-Deportation ins KZ Dachau 1938 sowie ein Denkmal an die Kindertransporte.
Die Gründerzeitgasse rund um die Reindorfer Kirche zählt zu den traditionsreichsten Straßenzügen des Bezirks und erinnert an den ehemaligen Weinbauort Reindorf.
Der traditionsreiche Markt wurde 2002/2003 umfassend umgebaut und zählt zu den ältesten Marktstandorten des Bezirks, bis heute ein lebendiger Treffpunkt im Grätzl.
Vom Auer-Welsbach-Park führt die Schlossallee direkt zum angrenzenden Schlosspark Schönbrunn, ein grüner Spazierweg abseits des Verkehrs.
Geschichte
1863 schlossen sich die Vorortgemeinden Braunhirschengrund, Reindorf und Rustendorf zur Großgemeinde Rudolfsheim zusammen, benannt nach Kronprinz Rudolf. Im Zuge der Eingemeindung der Wiener Vororte wurden Rudolfsheim und Sechshaus 1890/92 als 14. Bezirk "Rudolfsheim" und der Vorort Fünfhaus als eigener 15. Bezirk "Fünfhaus" Teil der Stadt Wien. Die nationalsozialistische Gebietsreform vereinte am 15. Oktober 1938 beide Bezirke zum heutigen 15. Bezirk, der zunächst weiterhin Fünfhaus hieß und erst 1957 in Rudolfsheim-Fünfhaus umbenannt wurde. Beim Luftkrieg 1944/45 wurden vor allem das Areal rund um den Westbahnhof sowie der Schwendermarkt schwer zerstört. In der Zweiten Republik entstanden zahlreiche neue Kultureinrichtungen: 1958 wurde mit der Wiener Stadthalle einer der größten Veranstaltungskomplexe Europas fertiggestellt, 1972 eröffnete das Bezirksmuseum. Seit den 1990er-Jahren prägen große Stadterneuerungsprojekte wie der Umbau des Europaplatzes und die Umgestaltung des historischen Wasserbehälters Schmelz zum Bezirkszentrum Meiselmarkt das heutige Bild des Bezirks.
Fotos zu diesem Bezirk folgen, sobald sie recherchiert und fotografiert sind.