Charakter des Bezirks
Meidling – vom Vorort zum vielfältigen Großstadtbezirk
Meidling liegt südwestlich des Wiener Zentrums und ist mit rund 8,16 Quadratkilometern einer der mittelgroßen Wiener Gemeindebezirke. Namensgebend war die ehemalige Vorortgemeinde Meidling, die gemeinsam mit Gaudenzdorf, Hetzendorf, Wilhelmsdorf und Teilen von Altmannsdorf den heutigen 12. Bezirk bildet. Direkt an der Philadelphiabrücke liegt mit dem Bahnhof Meidling ein westlicher Bahnverkehrsknotenpunkt Wiens, der den Bezirk verkehrstechnisch prägt. Im Süden, um das herrschaftliche Schloss Hetzendorf, zeigt sich Meidling deutlich lockerer bebaut und grüner als im dicht besiedelten Norden.
Historisch entwickelte sich Meidling im 19. Jahrhundert zu einem typischen Arbeiter- und Industriebezirk mit zahlreichen Gewerbebetrieben und Mietskasernen. In der Zwischenkriegszeit entstanden bedeutende Gemeindebauten wie der Fuchsenfeldhof, dazu Parkanlagen wie der Haydn-, Steinbauer- und Wilhelmsdorfer Park. Heute ist der Bezirk im Wandel: Das Gelände der früheren Kabel- und Drahtwerke wurde zum modernen Stadtquartier "Kabelwerk" mit Wohnungen, Büros und Freiflächen umgebaut, die Meidlinger Hauptstraße ist seit den 1990er-Jahren Fußgängerzone und wird aktuell weiter begrünt.
Meidling zählt mit rund 102.000 Einwohner:innen zu den bevölkerungsreicheren und stark wachsenden Bezirken Wiens, wobei vor allem Zuzug von außerhalb Wiens für den Zuwachs sorgt. Der Anteil an Akademiker:innen liegt unter dem Wiener Schnitt, die Arbeitslosigkeit im Bezirk ist im städtischen Vergleich überdurchschnittlich hoch. Die Bevölkerung ist ethnisch und sozial vielfältig, was sich unter anderem in Initiativen wie dem Klimabündnis-Bezirk widerspiegelt.