Bezirk I

Innere Stadt

Wiens historisches Herz: enge Gassen, barocke Fassaden und stille Innenhöfe, in denen sich der Alltag der Stadt und ihre Geschichte begegnen.

Charakter des Bezirks

Zwischen Kaisertum und Kaffeehaus


Kaum ein Fleck der Stadt trägt so viel Geschichte auf so wenig Fläche wie die Innere Stadt. Innerhalb des Rings, dort wo einst die Stadtmauer stand, reihen sich Palais, Kirchen und Kaffeehäuser dicht aneinander, ohne dass der Bezirk dabei musealen Charakter annimmt. Menschen leben hier, kaufen ein, treffen sich auf einen Espresso am Graben oder verschwinden in einem der ruhigen Innenhöfe, die vom Trubel der Kärntner Straße kaum etwas ahnen lassen.

Der erste Bezirk ist zugleich Wiens repräsentativste und intimste Adresse. Direkt am Stephansplatz zeigt sich das auch architektonisch: die gläserne Rundung des Haas-Hauses spiegelt die gotischen Türme des Doms, alt und neu in einem Bild. Wer genauer hinsieht, findet zwischen Souvenirläden und Luxusboutiquen noch immer die kleinen Beisln, Buchhandlungen und Werkstätten, die dem Grätzl seinen eigentlichen Charakter geben.

Nur rund 16.000 Menschen leben in der Inneren Stadt, mit sinkender Tendenz, während tagsüber ein Vielfaches an Beschäftigten und Geschäftsleuten die Gassen füllt. Abends und am Wochenende wird es in vielen Straßenzügen auffallend still, denn ein großer Teil der Gebäude wird als Büro, Kanzlei oder Botschaft genutzt. Die verbliebene Wohnbevölkerung ist überdurchschnittlich alt und gebildet und lebt oft allein, Kinder sieht man im Straßenbild selten.

Das Haas-Haus am Stephansplatz, moderne Glasfassade neben dem Stephansdom

Für Bewohner:innen

Amtliches & Wissenswertes


Alle wichtigen Anlaufstellen im Bezirk auf einen Blick, von der Bezirksvorstehung bis zur Kurzparkzone.

16.500 Einwohner:innen
2,87 km² Fläche
MMag. Markus Figl Bezirksvorsteher (ÖVP)

Bezirksvorstehung

1010 Wien, Wipplingerstraße 6-8

+43 1 4000-01111

post@bv01.wien.gv.at

Sprechstunden nach telefonischer oder schriftlicher Vereinbarung

Bezirksamt (1. und 8. Bezirk)

1010 Wien, Wipplingerstraße 8

+43 1 4000-01000

post@mba01.wien.gv.at

Mo-Fr 8-11.30 Uhr ohne Termin, Nachmittage Mo-Fr 12-15.30 Uhr und Do 12-17.30 Uhr nach Terminvereinbarung

Standesamt

Standesamt Wien-Zentrum, 1010 Wien, Habsburgergasse 5

+43 1 533 20 68

Zuständig für 1., 4., 5., 6., 7., 8., 9. und 12. Bezirk, nur mit Terminvereinbarung

Sozialzentrum

1020 Wien, Walcherstraße 11

+43 1 4000-8040

Zuständig unter anderem für den 1. Bezirk

Finanzamt Österreich

Dienststelle Wien 1/23, 1030 Wien, Marxergasse 4

050 233 233

Stadtpolizeikommando Innere Stadt

1010 Wien, Deutschmeisterplatz 3

+43 1 31310-21201

SPK-W-01-Kommando@polizei.gv.at

Kurzparkzone

Montag bis Freitag, 9 bis 22 Uhr

Maximale Parkdauer: 2 Stunden

In Geschäftsstraßen teils nur 1,5 Stunden, auch mit Parkpickerl

Kuratiert

Vier Orte, die den Bezirk ausmachen


Eine kleine, bewusst kurz gehaltene Auswahl an Sehenswürdigkeiten. Konkrete Lokal- und Geschäftsempfehlungen folgen, sobald wir sie mit eigenem Bildmaterial zeigen können.

Chorraum mit Altar im Inneren des Stephansdoms Sehenswürdigkeit

Stephansdom

Das gotische Wahrzeichen der Stadt und ihr geografischer Mittelpunkt. Wer am frühen Morgen kommt, bevor die Reisegruppen eintreffen, erlebt den Chorraum fast für sich allein, mit dem Licht der alten Glasfenster auf dem Marmorboden.

Stephansplatz 3
Der Machtbrunnen am Michaelertor der Hofburg Sehenswürdigkeit

Michaelertor der Hofburg

Zwei monumentale Brunnen flankieren das Tor: "Die Macht zur See" und "Die Macht zu Lande". Kaum jemand bleibt stehen, um die Details der Figuren wirklich anzusehen, dabei lohnt sich genau das.

Michaelerplatz
Die Jugendstil-Ankeruhr am Hohen Markt Kunst im Alltag

Ankeruhr

Um zwölf Uhr mittags ziehen alle zwölf Figuren gemeinsam vorbei, begleitet von passender Musik. Die Jugendstiluhr von Franz Matsch hängt beiläufig über dem Hohen Markt, fast niemand schaut zu dieser Zeit hin.

Hoher Markt 10
Die Peterskirche mit ihrer grünen Kuppel zwischen den Häusern am Graben Ruhepol

Peterskirche

Mitten im Trubel des Grabens, aber kaum jemand betritt sie. Der barocke Innenraum mit seiner Kuppel gehört zu den prächtigsten der Stadt und ist an den meisten Tagen erstaunlich still.

Petersplatz

Für Bewohner:innen

Insider-Tipps


Ein paar konkrete Hinweise abseits der offensichtlichen Wege, gesammelt für alle, die im Bezirk wohnen.

Spaziergang durchs mittelalterliche Grätzl

Von der Freyung führt die geschwungene Naglergasse, die dem Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer folgt, über den Platz Am Hof und den Judenplatz ins Ruprechtsviertel rund um die Ruprechtskirche, der Überlieferung nach die älteste Kirche der Stadt. Von dort sind es nur wenige Gehminuten hinunter zum Donaukanal, deutlich ruhiger als Graben oder Kärntner Straße.

Der Franziskanerplatz als stille Oase

Nur wenige Schritte von der belebten Kärntner Straße entfernt liegt der kopfsteingepflasterte Franziskanerplatz mit dem Mosesbrunnen aus dem Jahr 1798. Der Durchgangsverkehr ist auf einen schmalen Streifen begrenzt, wodurch der Platz trotz zentraler Lage ungewöhnlich ruhig bleibt.

Tägliche Orgelmusik in der Peterskirche

In der Peterskirche am Petersplatz finden regelmäßig kostenlose Orgelkonzerte statt, die für alle offen zugänglich sind. Da sich die genauen Zeiten saisonal ändern können, lohnt ein Blick auf die aktuelle Ankündigung vor dem Besuch.

Ruhige Stunden am Freyung-Markt

Der Biobauernmarkt auf der Freyung findet freitags und samstags von 9 bis 18 Uhr statt. Wer gegen Vormittag kommt, kauft in Ruhe bei den rund 20 Ständen ein, bevor sich der Platz später am Tag mit Laufkundschaft füllt.

Kunst- und Antikmarkt Am Hof

Von März bis Dezember bauen freitags und samstags bis zu 40 Händlerinnen und Händler ihre Stände rund um die Mariensäule auf dem Platz Am Hof auf. Das Angebot reicht von Jugendstil-Rahmen über Porzellan bis zu antiquarischen Büchern, ein Ort zum Stöbern ohne Kaufzwang.

Der Heiligenkreuzerhof als versteckter Hof

Über die Schönlaterngasse oder die Grashofgasse gelangt man in den Heiligenkreuzerhof, einen ruhigen Innenhof mit Wohnungen, einer Geigenbauwerkstatt und der kleinen Bernhardskapelle. Wie viele offene Tordurchfahrten der Inneren Stadt ist er öffentlich zugänglich, auch wenn kein Schild darauf hinweist.